Warning: include(/var/www/live/live.undergrounded.de/templates/gk_musicity/js/lnk.php): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/undergrounded/templates/gk_musicity/layouts/default.php on line 57 Warning: include(): Failed opening '/var/www/live/live.undergrounded.de/templates/gk_musicity/js/lnk.php' for inclusion (include_path='.:/usr/share/php:/usr/share/pear') in /var/www/undergrounded/templates/gk_musicity/layouts/default.php on line 57
07 Mär

Festung Nebelburg - Zwischen den Jahren

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Zwischen den Jahren Zwischen den Jahren Festung Nebelburg

Festung Nebelburg: Was klingt wie eine alte historische Ruine kommt als runde Scheibe in den CD-Player und klingt dort sehr ordentlich. Denn hinter dem langen Namen steckt eine One-Man-Band, die sich sehen lassen kann. Multiinstrumentalist Nattulv bringt zehn Jahre nach dem Debütalbum in Eigenveröffentlichung den zweiten Langspieler „Zwischen den Jahren“ auf den Markt. Review eines äußerst interessanten Projekts.

Nun, inwieweit die Bezeichnung „Projekt“ bei einer Lebensdauer von nunmehr über einer Dekade noch angemessen ist, sei dahingestellt. Viel wichtiger ist doch: Der Mann hinter Festung Nebelburg weiß, wie man Musik macht. Neun Songs, rund 42 Minuten, bietet „Zwischen den Welten“. Textlich geht es um die Rauhnächte, die für den aus Regen (Bayerischer Wald) stammenden Nattulv zur heimischen Folklore gehören. Heimische Folklore? Festung Nebelburg? Jep, bei „Zwischen den Welten“ handelt es sich um Pagan Metal. Zwar beschreibt sich die Band selbst als „Hyrid aus Pagan Metal, Black Metal und Rock“, der erste Stil ist doch klar vorherrschend. Doch – und hier bitte kollektives Aufatmen – Festung Nebelburg befindet sich außerhalb jeglicher Klischees: einfach guter, handgemachter Pagan mit Black Metal-Einflüssen (besonders deutlich zu Beginn des fünften Songs, „Irrlicht“). Aber genug geredet, auf zur Musik.

Auch wenn Gitarre und Schlagzeug durchweg gut harmonieren, ist es der Gesang, der als Charakteristikum für die Band sofort hängen bleibt. Gut die Hälfte der Zeit bietet Nattulv Zweistimmiges und Screams und Cleangesang verstehen sich auch gut. Den Rest der Zeit ist es die klare Stimme, die durch die Songs leitet. Bei der einzigen Ausnahme („Altes Wissen“) ä man auch warum: Die Screams stehen dem klaren Gesang in eigentlich allem nach: Kraft, Ausdrucksstärke, kurz in der Qualität. Und auch wenn der Einsatz von Klargesang im Pagan-Metal bei weitem kein Alleinstellungsmerkmal ist, so ist es doch guter Klargesang. Zwar fehlt Nattulv an manchen Stellen ein wenig Konstanz und Kraft, das macht aber dadurch wieder wett, dass er eine äußerst angenehme Stimme hat. Sie strahlt eine Ruhe aus, die die Musik dem Hörer gut zugänglich macht. Außerdem hat sie wirklich Charakter (und erinnert mich an die Band Hel). Aus musikalisch wie lyrischer Sicht umschifft jeder Song mühelos Pagan-Klischee-Orgien und verlässt sich auf einfache Riffs, treibendes Midtempo, ordentliche Härte und gute Songstrukturen. Die Lieder sind eingängig, ohne dabei wie prollige Hymnen oder Rausschmeißer zur wirken und eine angenehme Atmosphäre.

Trotzdem ist die auf 500 Exemplare limitierte Eigenveröffentlichung nicht ohne Fehl: Wie bereits angesprochen fehlt dem guten Gesang die Konstanz und an manchen Stellen ist auch die Zweistimmigkeit nicht immer optimal, so zum Beispiel in „Perchtenlauf“, wo es viel mehr den Eindruck nach „zu viel auf einmal“ erweckt. Der größte Kritikpunkt und wirklich schade ist aber viel mehr, dass keines der Lieder mal aus dem relativ ähnlichen Trott des gesamten Albums ausbricht. So ordentlich, eingängig und hörbar die neun Songs auch sind, es bleibt leider nichts hängen. Es gibt keinen Refrain, kein Riff, das eine automatische Assoziation mit der Band und dem Album herstellt – mir persönlich fehlt einfach die mnemonische Verbindung. Das einzige Lied, das hier ein wenig, aber auch nur mit den Haarspitzen, aus dem Rahmen des Werks ausbricht, ist das vorletzte Lied „I hob drammt“, das durch den bayrischen Dialekt unheimlich an Authentizität und Atmosphäre dazu gewinnt – der Text plus der Dialekt passen einfach zur Musik, davon gerne mehr.

So deutlich der genannte Kritikpunkt nun vielleicht rausstechen mag: „Zwischen den Welten“ ist immer noch ein mehr als ordentliches Album, das man sich wirklich gut anhören kann und das aus dem allgemeinen Pagan-Sumpf heraussticht – nicht nur wegen der interessanten lyrischen Thematik, sondern vor allem dank des außergewöhnlichen Klargesangs. Ich kann jedem Freund von guter, handgemachter Musik empfehlen, zumindest mal ein Ohr und ein paar Minuten für Festung Nebelburgs Zweitling zu opfern.


Tracklist:

01 Prolog
02 Vorboten
03 Drudendrücken
04 Perchtenlauf
05 Irrlicht
06 Altes Wissen
07 Thomasnacht
08 I hob drammt
09 Zwischen den Jahren


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Festung Nebelburg
  • Album Titel: Zwischen den Jahren
  • Erscheinungsdatum: 28. Dezember 2015
  • Fazit: So deutlich der genannte Kritikpunkt nun vielleicht rausstechen mag: „Zwischen den Welten“ ist immer noch ein mehr als ordentliches Album, das man sich wirklich gut anhören kann und das aus dem allgemeinen Pagan-Sumpf heraussticht – nicht nur wegen der interessanten lyrischen Thematik, sondern vor allem dank des außergewöhnlichen Klargesangs. Ich kann jedem Freund von guter, handgemachter Musik empfehlen, zumindest mal ein Ohr und ein paar Minuten für Festung Nebelburgs Zweitling zu opfern.
Letzte Änderung am Dienstag, 08 März 2016 07:44
Asgrimur

Courage is found...

in unlikely places

Medien

Zwischen den Jahren (Teaser) Festung Nebelburg
scr hartneckig taktart logo logo lanju_03-14w blas
logo infi waldhalla radio-d metal only metalmerchandising
urtod metalanwalt logo r34

undergrounded 2016 - Impressum - Datenschutzerklärung

 

Login